Oh, ich bin so aufgeregt, wie euch der Post gefällt. Endlich habe ich es geschafft ein paar Fotos zu machen. Ich muss nicht betonen, dass ich kein Sushi-Profi bin. Meine Art des Zubereitens mag eventuell von der feinen japanischen Art abweichen (vielleicht aber auch nicht, wer weiß), doch ich hoffe ich kann euch ein wenig weiterhelfen und motivieren es mal selbst auszuprobieren.
Es kommt ein langer Post auf euch zu. Gern könnt ihr ihn irgendwo speichern und später noch mal nachlesen, aber ich möchte alles so genau, wie es geht, erklären :)
1 – Einkaufen
Ich habe euch mal eine Liste erstellt, die die Grundzutaten abdeckt. Natürlich könnt ihr mit den Zutaten kreativ werden (Surimi ist ebenfalls super für Maki, bei mir seht ihr noch Mango huiui, Frischkäse und Kräuter machen sich auch toll in Sushi). Insgesamt werdet ihr für alle Zutaten um die 15€ zahlen. Dafür kriegt ihr im Sushi Restaurant vielleicht 12 Maki und 2 Nigiri... mehr muss ich dazu gar nicht sagen oder? :D
Eine reife Avocado erkennt man übrigens daran, dass sie leicht einzudrücken ist. Bei
Edeka oder
Rewe werden mittlerweile oft essreife Avocados angeboten. Ansonsten ein paar Tage vorher kaufen und zu Hause reifen lassen. Was den Lachs angeht: nehmt
unbedingt den von
Lidl (unten abgebildet). Wir haben einiges durchprobiert und keiner hat so sehr überzeugt. Er ist schön zart, fällt aber nicht auseinander und hat eine tolle rote Farbe. Geschmacklich 1A. Ich lasse keinen anderen Lachs an bzw. in mein Sushi.
Es ist übrigens nicht übel ein scharfes Messer zu Hause zu haben. Rollmatte und Holzlöffel müsst ihr natürlich auch nicht immer wieder kaufen, das hält sich gut, wenn man gut damit umgeht :)
2 – Vorbereiten
Den Lachs legt ihr erst einmal zum langsamen Auftauen verpackt in kaltes(!) Wasser.
Jetzt geht es an den Reis! Ihr folgt einfach den Anweisungen auf der Reispackung. Die gewünschte Menge Reis in einen Topf geben und unter den laufenden Wasserhahn stellen. Wenn der Topf vollgelaufen ist, den Hahn abstellen und mit der Hand ein wenig durch den Reis fahren, bis das Wasser ordentlich trüb ist. Wasser auskippen und das Ganze wiederholen. 3-4 Mal je nach Reismenge – bis ihr das Gefühl habt das Wasser wird nicht mehr so schnell trüb.
Jetzt wieder Wasser hinzufügen, eine ordentliche Fingerbreite über dem Reis (siehe Foto). Deckel drauf und das Wasser bei höchster Stufe zum Kochen bringen. Wenn das Wasser kocht auf sehr niedrige Hitze wechseln (Stufe 1-2) und gelegentlich umrühren und mal naschen. Wenn ihr das Gefühl habt der Reis braucht noch etwas Wasser (ist noch recht körnig und das Wasser schon überwiegend aufgenommen), gern noch etwas mehr während des Kochens hinzufügen.
Der Reis ist fertig, wenn er beim Umrühren schön klebrig, aber nicht matschig(das hört man meistens) ist. Ihr könnt auch prüfen, ob der Reis durch ist, indem ihr ein paar Körner zwischen den Fingern zerreibt. Wenn sie sich ganz auflösen/zerdrücken lassen ist der Reis durch. Dann wird der Herd abgestellt. Ich lasse den Reis dann aber immer noch 5 Minütchen auf der Herdplatte stehen, um ganz sicher zu gehen ;)
Natürlich klappt das Ganze auch etwas einfacher mit dem Reiskocher. Aber auch da würde ich immer mal wieder zwischendurch nachschauen, ob noch etwas Wasser hinzu muss.
Wenn ihr eine größere Menge Reis gemacht habt (so wie ich hier für ca. 4-5 Personen) empfehle ich euch den Reis auf ein mit Alufolie abgedecktes Backblech zu geben, um ihn auskühlen zu lassen. Bevor ihr den Reis aber gleichmäßig verteilt unbedingt den Reisessig hinzugeben! Auf die Menge, die ihr hier seht, habe ich ca 4-5 Esselöffel gegeben. Man soll wohl laut Vorgabe etwas weniger nehmen, aber ich haue da immer etwas mehr rein – das ist das beste am Ganzen hihi. Beim ersten Mal würde ich schrittweise ein paar Löffel hinzufügen, umrühren und immer mal probieren.
Das Umrühren erfolgt übrigens ganz einfach mit dem Holzlöffel. Einfach vorsichtig von außen zur Mitte hin anheben und vermischen. Gut auf dem Blech verteilen und etwas Zeit zum Abkühlen lassen!
In der Zeit geht es an die Zutaten! Die Avocado wird halbiert, von Schale und Kern getrennt und längs zerteilt.
Den Lachs trenne ich immer von seinen braunen Stellen und schneide ihn ebenfalls in eine längliche Form. Da müsst ihr gucken, wie ihr am besten vorgeht, denn jedes Filet ist anders geformt ;) Mit meinen perfekt rechteckigen Stücken hatte ich richtig Glück.
Die Gurke wird mit einem Löffel von ihrem kernigen Inneren getrennt und in Streifen geschnitten. Mit allen anderen Zutaten (hier seht ihr noch Mango) macht ihr das genauso.
Fertig!
3 – Let's roll it!
Zuerst geht es an die einfachen Maki-Rollen, dann an Inside-Outs (wo der Reis außen ist). Die sind gar nicht so viel schwerer zu machen ;) Ihr legt ein Nouri Blatt mit der rauen Seite nach oben auf die Rollmatte. Zum Anfeuchten der Finger dient euch ein Schälchen mit Wasser (rechts im Bild).
Maki Für einfach Maki-Rollen nehmt ihr nun Reis auf und verteilt ihn mit lockeren Fingerspitzen auf dem unteren Teil des Algenblattes. Nicht zu fest andrücken, sonst verliert der Reis an Struktur und zermatscht ein wenig. Wie weit nach oben ihr mit dem Reis geht hängt davon ab, wie viele Zutaten ihr verwenden wollt. Das kann man aber ganz gut mit dem Augenmaß abwägen.
Nun nehmt ihr eure Zutat und platziert sie ungefähr in der Mitte.
Über dem Reis wird das Nouri Blatt mit dem Finger angefeuchtet, damit es schön zuklebt.
Jetzt die Matte zum Rollen anheben. Mit den Fingerspitzen den Lachs "festhalten", damit er bleibt, wo er ist und vorsichtig die Matte überschlagen. Das ganze mit ordentlich Druck, damit die Rolle nicht zu locker wird und auseinander fällt.
Damit die Rolle richtig schließt: vorsichtig die Rollmatte anheben und das Nouri Blatt noch einmal unterstützend mit den Fingerspitzen unter den Reis drücken.
Jetzt noch etwas weiter rollen, die Matte zwischendurch mal ganz mit den Händen umschließen und fest an die Rolle drücken und danach locker mit der flachen Handfläche die Matte nach vorn und zurück rollen, um alles zu festigen. Das passiert eh reflexartig.
Überschüssiges Nouri Blatt abtrennen und nochmal alles mit der Matte in der oben ausgeführten Vor-Zurück-Bewegung festigen.
Fertig!
Inside-Out Für Inside-Out-Rollen halbiert ihr ein hochkant gelegenes Nouri Blatt. Die Holzmatte wickelt ihr in Frischhaltefolie ein (Das könnt ihr eigentlich immer machen, so bleibt die Matte sauber. Hier dient es vor Allem dazu, dass der Reis nicht an der Matte kleben bleibt).
Ihr gebt ganz normal Reis darauf und lasst oben ca. einen Zentimeter frei.
Achtung: Ich hatte leider vergessen Sesam zu besorgen. An dieser Stelle mixt ihr etwas hellen und dunklen Sesam und streut ihn über den Reis.
Jetzt dreht ihr das Ganze um, so dass die Reisseite nach unten zeigt. Der freie Zentimeter noch oben liegend.
Eure Zutaten legt ihr nun so auf das Nouri-Blatt, dass sie zusammen mit dem Reis an der oberen Kante abschließen.
Nun klappt ihr den oberen unbedeckten Zentimeter von unten nach oben um, so dass er die Zutaten bedeckt.
Dann wird dem Ganzen entgegen gerollt. Dabei darauf achten, dass das Nouri Blatt umgeklappt bleibt und das Ganze schön geschlossen wird. Schön fest das Röllchen umschließen.
Man kann auch aus der anderen Richtung rollen, d.h. mit dem umgeklappten Nouri Blatt unten. Geht wahrscheinlich noch etwas einfacher ;)
Das Schöne an Inside-Out's: Wenn am Ende etwas Reis fehlt kann man den einfach im Nachhinein noch an die kahlen Stellen drücken und mit der Matte vorsichtig fest rollen. Fertig!
4 – Anrichten
Die Rollen einfach schrittweise halbieren/dritteln, sodass gleich große Stücke entstehen. Das Messer vorher immer wieder etwas anfeuchten, um einen sauberen Schnitt hinzubekommen. Bei Inside-Outs würde ich empfehlen Frischhaltefolie um die Rolle zu legen und da durch zu schneiden. So bleibt der Reis nicht an den Fingern und der Matte (die ihr noch mal zum Festigen braucht) kleben. Dann Folie abziehen und bei der nächsten Rolle eine neue verwenden.
Nun drapiert ihr die kleinen Sushis alle schön auf einem Teller und serviert sie mit eingelegtem Ingwer, Soja Sauce und ein wenig Wasabi.
Geschafft!
An sich dauert das Ganze nur ein bis zwei Stunden, in denen man ja nicht immer aktiv was macht. Nagut, ich bin jetzt etwas geübt, aber es sieht immer viel schwieriger aus, als es ist ;)
Ihr könnt die fertigen Rollen auch am Vormittag machen und bis abends einfach mit Frischhaltefolie abdecken und an einem kühlen Ort lagern, wenn ihr es erst am Abend schneiden und essen wollt. Vom Kühlschrank würde ich abraten, da das Sushi sonst kalt und hart wird. (Ich habe in einem Restaurant mal aufgeschnappt, dass Sushi optimal schmeckt, wenn es handwarm ist). Ihr könnt die Rollen getrost einen halben Tag lang auf der schattigen Fensterbank lagern – bleibt frisch ;)
Ich hoffe jetzt, ihr seid nicht in diesem ewig-langen Chaos erstickt und nehmt vielleicht etwas davon mit :) Nicht böse sein, falls manche Sätze nicht ganz nach deutschen Satzbau aufgebaut sind. Ich wollte es kurz und knapp halten.
Wenn ihr es auch ausprobiert schickt mir doch mal ein paar Fotos per Mail, oder ladet ein Bild bei Instagram hoch, in dem ihr @smallthingswithlove taggt :) Guten Appetit!
Ps:
Hier noch ein YouTube Video für euch, in dem die Technik noch mal erklärt wird.